szmmctag

  • Ortho-Bionomy

    Die Ortho-Bionomy ist eine eigenständige manuelle Therapieform, die von dem anglo-kanadischen Osteopathen D.O. Arthur Lincoln Pauls entwickelt wurde. Pauls studierte Osteopathie, nachdem er unter anderem als Fahr- und Judolehrer gearbeitet hatte. Sein Hauptaugenmerk als Osteopath richtete sich auf die Arbeiten seines Landsmannes D.O. Lawrence H. Jones, der die Behandlung von Triggerpunkten - von ihm Tenderpoints genannt - durch gezielte Lagerung des Patienten entdeckte.
    Aus didaktischen Gründen teilte Pauls sein Lehrsystem in verschiedene Phasen oder Entwicklungsstufen ein: die Phasen 1 und 2 entsprechen klassischen osteopathischen Techniken wie Mobilisationstechniken oder Muskelenergietechniken (MET, PIR). Phase 3 entspricht sozusagen Jones Lagerungstechniken - dem osteopathischen Strain-Counterstrain. Diese Phasen gehören somit nicht zum eigentlichen Lehrwerk der Ortho-Bionomy und werden heute auch nicht mehr vermittel. Sie stellen osteopathische Techniken dar.

    Die Technik der (schmerzfreien) Positionierung wurde die wichtigste Grundlage der sogenannten Phase-4-Techniken der Ortho-Bionomy: Pauls modifizierte Dr. Jones Techniken und fügte der Lagerung unter Indikatorpunktkontrolle noch eine Kompressionskomponente mit Druck auf den Indikatorpunkt hinzu. Dadurch wird die Lagerungszeit von 90 auf 60 Sekunden und weniger verringert.
    Pauls ging jedoch noch einen Schritt weiter und integrierte uraltes Wissen, das er vermutlich aus seiner großen Erfahrung als Judoka ziehen konnte: die Erkenntnis einer übergeordneten Lebenskraft - im asiatischen Qi (im Deutschen auch: Chi) oder Prana genannt. Diese Kraft gilt es beim Patienten zu aktivieren - im Analogsinne zu dem Dialog mit dem inneren Arzt der osteopathischen Medizin. Dazu ist nicht immer direkter Kontakt mit dem Körper vonnöten - im Sinne einer strukturellen manuellen Therapie - hierzu aber mehr unter der Beschreibung der Arbeitsphasen.

    Konzepte der Ortho-Bionomy
    Grundlage von Pauls Therapie ist das Konzept der Verwirrung. Pauls sagte dazu: "Die Verletzungen, Krankheiten und Gefühlskonflikte, die man sich im Laufe des Lebens unbewusst zufügt, resultieren aus dem, was ich Miß-Verstehen nenne. Die Ortho-Bionomie erlaubt es, den Patienten zum Verstehen hinzuführen, damit er, ausgehend von diesem Verstehen, angemessen und unbeeinträchtigt von seinen Gewohnheiten und Ängsten reagieren kann. Natürlich handelt es sich nicht um ein bewusstes oder mit Worten auszudrückendes Verstehen. Es ist üblicherweise unbewusst und kann gelegentlich als eine innere Stimmung wahrgenommen werden. Dieses Verstehen ist von Natur aus in jedem von uns vorhanden, sofern wir frei sind von Angst und anderen energetischen Blockaden."

    Nach dieser Philosophie sind die vom Patienten verspürten Symptome Ausdruck seiner inneren Verwirrung, der Unfähigkeit des Körpers, seine Autoregulationsmechanismen an die vorliegende Situation adequat anzupassen. Viel schlimmer noch, dass pathologischen Muster auch über die Notwendigkeit einer Regulation hinaus bestehen können - im Falle eines Traumas z.B. nach seiner Abheilung: ein Schonungshinken beizubehalten, nachdem die Bänderdehnung abgeklungen ist, spricht für einen Irrtum des Patienten. Durch die Gewöhnung empfindet er das Hinken dann schon als normal, wenn nach dem Verheilen des Traumas die Schonhaltung unnötig geworden ist und ferner keine Ent- sondern nur Belastung des Systems bringt. Für gewöhnlich würde ein manueller Therapeut jetzt alles daransetzen, den Bewegungsapparat so zu konditionieren, dass der Patient sich wieder normal bewegt, z.B. durch eine der Verkürzung entgegengerichtete Muskeldehnung.
    Der Ansatz der Ortho-Bionomy ist jedoch ein anderer...

    Therapieansatz der Ortho-Bionomy
    Die Ortho-Bionomy wird auch als die Homöopathie der manuellen Therapie bezeichnet, weil es nicht darum geht, eine Technik gegen ein Symptom (Allopathie) anzuwenden - z.B. das Hinken aus dem obigen Beispiel.
    Es geht vielmehr darum, die inherent vorhandenen pathologischen Muster des Patienten zu verstärken. Ein verkürzter Muskel erhält z.B. durch weiteres Verkürzen den Impuls zur Entspannung. Der Vorteil gegenüber manipulativen (eingreifenden) Techniken: der Patient erlernt die Selbstregulation - die so erzielten Ergebnisse können damit besser gehalten werden als ohne eigene Aktivität des Organismus.

    Arbeitsprinzipien der Ortho-Bionomy

    - Weder Griff noch Lagerung darf schmerzhaft sein - finde für den Patienten eine angenehme Lage!
    - die Bewegung während der Behandlung geht immer in die Richtung, die das Gewebe vorgibt. Zwinge dem Patienten nicht deine Richtung auf - gehe mit dem Organismus und verstärke das vorhandene Muster!
    - es geht um die Entfaltung des ursprünglichen Entwurfes des Menschen - ähnlich wie in den Lehren Feldenkrais oder den Techniken Upledgers. Es ist dazu zwangsläufig notwendig, dass der Therapeut seine Fähigkeiten der bewussten Wahrnehmung und des achtsamen Nicht-Tuns entwickelt. Tue wenig, lass viel geschehen!

    Die Phasen der Ortho-Bionomy:
    1 - 3: entsprechen der strukturellen osteopathischen Arbeit und sind nicht Bestandteil der Ausbildung
    4: die strukturelle Arbeit der Ortho-Bionomy. Diese Phase ist weitgehend von biomechnischen Erkenntnissen und funktionellen Vorstellungen geprägt.
    5: bei dieser Phase geht es um das Begreifen der auf einer tieferen Ebene vorliegenden pathologischen Muster. Diese machen sich durch Spontanbewegungen bemerkbar, die der Therapeut erkennen und in seinen Behandlungsablauf integrieren soll - ähnlich dem unwindig in den Lehren der Osteopathie.
    6: die Phase 6 macht sich frei von grobstofflichen Veränderungen. Hier geht es um die Arbeit mit dem Energiekörper - der Aura des Patienten. Damit sind im Sinne der Ortho-Bionomy vor allem Bewegungen gemeint, die der Therapeut nur noch subjektiv erspüren kann. Es kann aber auch zur Arbeit mit dem Energiefeld des Körpers kommen, ohne dass dieser berührt wird.
    7: diese letzte Phase stellt noch eine weitere Abstraktion der vorher genannten dar: der Behandler versucht mittels Spiralenergie-Techniken mit dem Energiefeld seines Patienten in Kontakt zu treten.

    Ausbildung in Ortho-Bionomy
    Es ist prinzipiell keine Vorbildung vonnöten, um in die Lehre der Ortho-Bionomy einzusteigen. Dennoch kann es von Vorteil sein, wenn der Lernende vorher andere Formen der manuellen Therapie kennengelernt hat - insbesondere, wenn diese eine Wahrnehmung feinsinnlicher Wahrnehmung erfordern, wie z.B. kraniosakrale Osteopathie.
    Es gibt verschiedene Institute in Deutschland, die eine geregelte Ausbildung für die Phase 4 (und aufwärts) anbieten. Es muss jedoch gesagt werden, dass das Erlernen der Ortho-Bionomy auch einem Prozess der Selbsterkenntnis gleichkommt - nur durch praktische Anwendung wird sich der Erfolg einstellen, wenn der Therapeut seine eigenen Muster mehr und mehr durchschaut.
    Einen guten Überblick über das Verfahren und die verfügbaren akkreditierten Ausbildungsinstitute verschafft die Seite der Deutschen Gesellschaft für Ortho-Bionomy e.V.
    Ausbildungsinstitute sind z.B. das Deutsche Institut für Ortho-Bionomy, das Intouch-Institut oder die Ortho-Bionomy-Akademie.

    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels, HP Alexander Mallok, erfahren möchten, verweise ich auf die Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    Add to Technorati Favorites

  • Bowentherapie

    Begründer der Bowentherapie ist der Australiert Thomas A. Bowen (1916 - 1982). Bowen war kein Mediziner, obwohl er sich selbst als "Osteopath" bezeichnete. Er durchlief weder eine formelle noche eine alternativmedizinische Ausbildung, und die von ihm entwickelte Heilweise brach mit vielen Konventionen der klassischen Medizin. Er erlangte jedoch aufgrund seiner überragenden Heilerfolge schnell den Ruf einer Art modernen "Wunderheilers" - in seiner Heimatstadt Geelong ist dem ehemaligen Zementarbeiter sogar ein Denkmal gegenüber seiner ersten Praxis aufgestellt worden.
    Doch Thomas Bowen war auch ein kauziger Mann: Zeit seines Lebens wies er nur sechs Leute in seine geheimnisvolle Körpertherapie ein. Diese sechs Assistenten Bowens sind es, die ihre Form der Bowentherapie heute weltweit an Studenten weitergeben. Da diese sechs Schüler Bowens alle einen unterschiedlichen Ausbildungshintergrund hatten - Osteopathen, Chiropraktiker, sogar ein Masseur war dabei - entwickelten sich unterschiedliche Stile der Bowentherapie, die von den heute führenden Bowen-Verbänden weitergegeben werden. Zwischen diesen Verbänden herrscht nicht immer Einigkeit bezüglich der Originalität der vermittelten Therapielehre - es gibt aber dennoch genügend gemeinsame Grundlagen, die in jeder Form der Bowentherapie zwingend wiederzufinden sind.
    Die Bowentherapie ist eine fasziale Therapie - Faszien, das sind die bindegewebigen Umhüllungen unserer Muskeln. Verklebungen und Verhärtungen sind nach Bowen meist Folge einer Dehydratation (Austrocknung) dieser Strukturen und die im Querverlauf zu den Faszien eingesetzten sanften Techniken sollen die Ernährungssituation des Gewebes verbessern. Das geniale an dieser Therapie ist die Erkenntnis, dass bestimmte fasziale Schlüsselstellen des Körpers angegangen werden müssen, um eine Restrukturierung der Ordnung im Bewegungsapparat herbeizuführen. In dieser Erkenntnis gleicht die Bowentherapie dem Rolfing oder der bekannteren faszialen osteopathischen Schule.

    Wie läuft eine Bowentherapie ab:

    Wie bei jeder Körpertherapie wird vor der Behandlung ein eingehendes Gespräch geführt, in dem der Patient dem Therapeuten seine Beschwerden schildert. Anschließend folgt eine Untersuchung, in der die Beschwerden noch enger eingegrenzt werden.
    Dann entscheidet sich der Bowentherapeut für eine Sequenz: eine festgelegte Reihenfolge von sogenannten Moves - den Behandlungstechniken des Bowentherapeuten.
    Der Move geht folgendermaßen vor sich: der Therapeut setzt seine Hände an der zu behandelnden Stelle an und löst etwas die Hautspannung. Danach richtet er seine Finger quer zum Faserverlauf der anvisierten Faszie aus und erzeugt mit den ausführenden Fingern einen gleichbleibenden Druck, während er sie über die Struktur hinwegbewegt. Nach jedem Move wird dem Körper Zeit gegeben, die durch den Impuls erhaltene Information umzusetzen und sich neu zu strukturieren: eine starke Wirkung auf das vegetative (unbewusst arbeitende) Nervensystem ist zu verzeichnen - Atmung, Kreislauf und Lymphfluss gleichermaßen werden deshalb beeinflusst. Die Bowentherapie richtet sich also - wie jede ganzheitliche manuelle Behandlungsform - auf die Wiederherstellung der körperlichen Homöostase, des physiologischen Gleichgewichts aus.
    Ist die Sequenz von Moves beendet, endet damit auch die Therapiesitzung. Das erstaunliche an der Bowentherapie ist, dass oft eine recht geringe Anzahl von Sitzungen ausreicht, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

    Wie wird man Bowentherapeut?

    Die unterschiedlichen Verbände bieten ihre Ausbildung z.T. auch in Deutschland an. Die Bowentherapie gehört zu den leichter zu erlernenden manuellen Therapieverfahren - aber sie ist natürlich nur mit sehr viel praktischer Erfahrung zu meistern. Kurse gehen meist über ein Wochenende und umfassen ca. 20 Unterrichtsstunden. Folgende Institutionen bieten z.B. Kurse für Bowentherapie an:
    - das Deutsche Zentrum für Bowentherapie (DZBT)
    - die Medizinische Akademie, Physiotherapieschule Berlin
    Bowentherapeut ist natürlich kein Beruf - so wenig wie "Osteopath" oder "Rolfer". Es sind Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker, die die Bowentherapie erlernen und in ihr Praxiskonzept integrieren.

    Wieviel kostet eine Therapiesitzung?

    Eine Sitzung umfasst inklusive des Vorgesprächs ca. ein halbe bis dreiviertel Stunde und kostet im Mittel 40.- bis 60.- Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen warten mal wieder auf Wirknachweise und lehnen daher die Finanzierung einer solchen Therapie ab.

    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels, HP Alexander Mallok, erfahren möchten, verweise ich auf die Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    Add to Technorati Favorites

  • Dorn-Wirbelsäulentherapie

    Die Dorn-Therapie wird von Dieter Dorn verbreitet, der über keinen medizinischen Hintergrund verfügt, sondern Betreiber eines Sägewerks im Allgäu war. Er begann die Dorn-Therapie zu entwickeln, nachdem ihn ein alter Bauer durch Fingerdruck auf einen Lendenwirbel von einem Hexenschuss befreite. Man könnte sagen, die Dorn-Therapie ist - wie das Skibben der Schäfer - eine aus bäuerlichen Gefilden überlieferte Gelenkbehandlungstechnik.

    Die Dorn-Therapie fußt auf einer einfachen Logik: die Wirbelsäule ist wie ein Turm Bauklötze aufgebaut. Um zu funktionieren, müssen alle Bestandteile des Turms exakt im Lot aufeinanderliegen.

    Wie läuft die Behandlung ab?

    Von dem Dorntherapeuten vermutete "Verschiebungen" von Wirbeln werden durch Fingerdruck auf Quer- oder Dornfortsatz des Wirbels korrigiert, während der Patient mit dem Bein- (Lendenwirbelsäule) oder mit dem Arm pendelt (Brustwirbelsäule). Pendeln heißt: hin- und herschwingen (vor und zurück) der Extremität, dabei werden über die Hüft- bzw. Schultergelenke Kraftvektoren auf die Wirbelsäule übertragen, es kommt zu einer Rotation der Wirbel (links-rechts oder rechts-links). Der Therapeut stellt fest, zu welcher Seite ein Wirbel nicht rotieren möchte, nimmt Kontakt mit diesem Wirbel an Dorn- oder Querfortsatz auf und schiebt ihn unter mächtigem Druck in Richtung der Dysfunktion, immer unter Zuhilfenahme der Kräfte durch die pendelnde Extremität (also in Bewegung).
    Becken- und selbst Kreuzbeinproblematiken werden durch ähnlich einfache diagnostische und therapeutische Konzepte angegangen - etwa durch Messung der Beinlängen.

    Kritik an der Dorn-Therapie
    Die Therapie ist durch ihre einfache, pragmatische Sichtweise sehr leicht zu lernen, aber hat auch gravierende Nachteile:
    - der Druck des Therapeuten auf den Wirbel ist nicht leicht zu tolerieren. Es wird mit einer sanften Therapie geworben, aber die Schmerzen, die eine Wirbelsäulentechnik in ihrer Anwendung verursachen kann, sind nicht ohne.
    - der hohe erforderliche Kraftaufwand führt auch dazu, dass die Techniken sich seitens des Therapeuten nicht immer leicht kontrollieren lassen. Gerade deshalb verwendet man in vielen manuellen Systemen Techniken, die ohne jeglichen Kraftaufwand ablaufen sollen.
    - die diagnostizierten Problematiken beziehen sich auf gelenkige Dysfunktionen, ohne die - oft gravierend wichtige - muskuläre Situation mit einzubeziehen. Es gibt in der Dorn-Systematik zwar einige gut gemeinte Selbsthilfe-Übungen, die jedoch programmatisch bei vielen scheinbar gleichen, leider aber differenzierten Problemen eingesetzt werden.
    - möglicherweise sind Dorn-Therapeuten totale medizinische Laien, die nicht den Hauch einer Ahnung von Biomechanik haben. Für Menschen dieses Ausbildungsstandes sind komplexe Zusammenhänge des Bewegungsapparates aber nicht durchschaubar. Dies bürgt leider die Gefahr in sich, dass behandelbare Probleme verkannt und nicht behandelt werden - mit allen daraus erwachsenden Risiken für den Patienten.

    Auch haben sich in die "Lehre" der Dorn-Therapie einige irrige Annahmen eingeschlichen, die von den Dozenten der meist ein- oder zweitägigen Kurse ohne Ausnahme weitergegeben werden:
    - der Hüftkopf würde durch eine Erschlaffung der Bänder/Muskeln aus
    dem Hüftgelenk "herausrutschen". Dafür gibt es jedoch keine radiologisch belegten Studien. Die festgestellte Beinlängendifferenz vor- und nach Selbsthilfeübungen oder Repositionstechniken kann und wird sich durch die Dorn-Techniken aber tatsächlich verbessern, wenn eine bestimmte Darmbeinfehlstellung besteht.
    - es heißt auch in der Lehre der Dorn-Therapie, dass die Wirbel "verrutschen". Diese Annahme ist irrig. Nichtsdestotrotz wird die Behandlungstechnik über Quer- oder Dornfortsatz des Wirbels in die Richtung der Blockade Erfolge erbringen - ergo eine verbessere Beweglichkeit in dem Wirbelsegment. Die Technik der Dorn-Therapie ist am ehesten mit chiropraktischen Kurzhebeltechniken aus der Pionierzeit der Chiropraktik zu vergleichen - zweifelsfrei effektiv aber eben nicht sehr konvenient, weder für den Patienten, noch für die Daumengelenke des Therapeuten.

    Wer wendet die Dorntherapie an?
    In der Regel wird die Dorntherapie von Masseuren, Heilpraktikern und Ärzten ausgeführt. Die Kurse richten sich jedoch auch an absolute medizinische Laien - mit allen entsprechenden Vor- und Nachteilen (siehe Kritik).

    Was kostet eine Sitzung
    Die Kosten einer Dorn-Therapie werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da es keinen gesicherten Wirknachweis gibt. Private Behandlungen werden meist analog zu den Ziffern der Gebührenordnung für Heilpraktiker abgerechnet, wobei die Ziffern für chiropraktische oder osteopathische Eingriffe herangezogen werden. Der Aufwand an Fortbildung (ein- bis zwei Tageskurse) zum Erlernen der Dorn-Therapie rechtfertigt eine solche Abrechnung auf Augenhöhe mit manuellen Lehren, die zu Erlernen es jahrelanger Fortbildung bedarf, nicht. Dies ist natürlich nicht Schuld der Dorn-Therapeuten, lädt aber doch etwas faulere Naturen ein, sich mit einem Ein-Tages-Kurs eine halbwegs akzeptable Einkommensquelle zu sichern.

    Wie werde ich Dorn-Therapeut?
    Durch Seminare, die von fast jeder Heilpraktikerschule angeboten werden. Auch die offizielle Vereinigung der Dorn-Therapeuten - der Verbund der Dorntherapeuten - führt solche Fortbildungskurse durch.
    Um beruflich mit der Dorn-Therapie arbeiten zu dürfen, muss allerdings eine Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz vorliegen, so denn der Therapeut kein Arzt ist.

    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels, HP Alexander Mallok, erfahren möchten, verweise ich auf die Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    Add to Technorati Favorites

  • Rolfing

    Das Rolfing ist eine Methode der strukturellen manuellen Körperarbeit, erfunden von der amerikanischen Biochemikerin Ida Rolf (1896 - 1979). Rolfing orientiert sich an der optimalen Struktur des Bewegungsapparates: Ziel ist nicht die Beseitigung einzelner Beschwerden, obwohl sich diese nach einer Reihe von Sitzungen weitesgehend bessern, sondern Wiederherstellung der optimalen statischen Verhältnisse im Körper. Zu diesem Zweck teilte Ida Rolf den Körper in verschiedene Abschnitte ein, die wie einzelne Bauklötze eines Spielzeugturms genau im Lot aufeinander liegen müssen, soll es nicht zu Beschwerden kommen. Die fehlerhafte Haltung eines Abschnitts resultiert in einem Mangel an Beweglichkeit, der von den benachbarten Abschnitten mit abnormer Überbeweglichkeit kompensiert werden muss - das verbraucht Energie, die dem Kranken dann für andere Belange nicht mehr zur Verfügung steht. Auch psychische Blockaden entstehen aufgrund solcher Spannungsverhältnisse im Körper: Geist, Psyche und Seele werden daher in einer Rolfing-Sitzung nicht getrennt, sondern auf Basis der Körperarbeit vereinend behandelt.
    Das Rolfing ist eine manuelle Behandlungsform, die vor allem im Bereich des Bindegewebes ihre Wirkung entfaltet. Das Bindegewebe hat nicht nur eine stützende Funktion, es wirkt neuesten Erkenntnissen nach auch als "spürender" Teil unserer Bewegungsintelligenz: kein Wunder, dass ernsthafte Verspannungen die Lebensqualität deutlich mindern - die Fähigkeit unseres Gehirns, Form und Bewegung effektiv zu koordinieren, wird durch diese Beschwerden direkt negativ beeinflusst. Durch eine Rolfing-Behandlung verbessert sich also nicht nur die Struktur des Körpers - der Patient fühlt die Erfolge, wenn sich seine Körperstatik verbessert und die Spannung im Bindegewebe nachlässt.
    Hierin gleicht das Rolfing der faszialen Schule der Osteopathie, die sich auch hauptsächlich mit den bindegewebigen Umhüllungen unseres Bewegungsapparates beschäftigt.

    Ablauf der Behandlung
    Die Behandlung beginnt mit der Analyse der Körperhaltung des Patienten und der Qualität seiner Bewegungen: Der Therapeut versucht durch Beobachtung des Patienten im Stehen und im Laufen herauszufinden, welche Körperzonen so verspannt sind, dass ein harmonisches Gleichgewicht verhindert wird. Viele Rolfer machen Fotos, um ihre "Diagnose" und die laufenden Fortschritte der Therapie bildtechnisch zu sichern.
    Eine Rolfing-Behandlung läuft für gewöhnlich in zehner-Serien ab, d.h. es werden zehn Sitzungen veranschlagt, in denen die strukturellen Veränderungen nach und nach zum Tragen kommen. Durch die Aufzeichnung mit der Kamera sind diese Veränderungen auch für den Laien nachvollziehbar.
    Manche Rolfer weichen allerdings mehr und mehr von der Zehner-Serie ab und machen die Anzahl an Behandlungen individuell von dem Zustand des Patienten abhängig. Wie immer ist diese Entscheidung in großem Maße von der Erfahrung und Qualifikation des Rolfers abhängig.
    Eine Sitzung umfasst etwa eine Stunde Behandlungszeit. Die Behandlungen finden in der Regel in einem Abstand von 3 - 5 Tagen statt, bei manchen auch nur einmal alle zwei Wochen.
    Die Behandlung mit Rolfing ist nicht immer sehr angenehm, da neben den Händen des Therapeuten auch die Ellbogen zum Einsatz kommen. Früher wurde von den Rolfing-Verbänden gar eine schmerzhafte Therapie empfohlen bzw. gelehrt - dies hat sich aber als Trugschluss entpuppt. Heute wird empfohlen, die Intensität einer Rolfing-Behandlung so zu wählen, dass der Patient den Schmerz gut tolerieren kann.

    Kosten der Behandlung
    Ähnlich wie die Osteopathie oder die Chiropraktik ist das Rolfing eine ganzheitliche manuelle Behandlungsform, deren Wirknachweis wissenschaftlich nicht anerkannt ist. Entsprechend zahlen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Heller einer solchen Behandlung. Privat muss man mit ca. 40 - 50 Euro pro Sitzung rechnen - bei einer Zehnerserie also mit ca. 500 Euro Gesamtkosten für die Behandlung.

    Ausbildungsmöglichkeiten
    Obwohl Rolfing-Therapeuten sich gern als "Rolfer" bezeichnen und damit implizieren wollen, dies sei ein Beruf: nein ist es nicht! Rolfing ist ein Markenzeichen, dass dem ausgebildeten Rolfing-Therapeuten zu Marketingzwecken überlassen wird, sobald er seine Ausbildung abschließt. Hierin gleicht der Rolfing-Abschluss übrigens dem Titel "Osteopath D.O." - es handelt sich lediglich um ein Markenzeichen, nicht um eine Berufsbezeichnung.
    Das Rolfing wird von Masseuren, Physiotherapeuten, Heilpraktikern und Ärzten angewandt. Die Europäischen Rolfing-Verbände machen sich dafür stark, den Rolfing-Therapeuten als eigenständigen Beruf zu etablieren - bisher allerdings genauso erfolglos wie die Osteopathieverbände oder die Chiropraktiker.
    Die European Rolfing Association bietet eine Ausbildung zum Rolfer an. Sie umfasst mehr als 700 Stunden Ausbildung, und kostet ca. 13000 Euro.
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels, HP Alexander Mallok, erfahren möchten, verweise ich auf meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    Add to Technorati Favorites

  • Kraniosakraltherapie (Cranio-Sacral-Therapie)

    Die Kraniosakraltherapie ist eine Schule der osteopathischen Medizin. Sie wurde von einem Schüler des großen Andrew Taylor Still begründet, dem doctor of osteopathy (D.O.) William Garner Sutherland (1873 - 1954).
    Sutherland stellte ein Modell auf, nachdem eine Beweglichkeit zwischen den einzelnen Elementen des Schädels selbstverständlich sei - ohne sie würde der Schädel "gesprengt". Die Suturen, die verbindenden "Nähte" des Schädels , leisten durch ihre Beweglichkeit den entscheidenden Beitrag zur rhytmischen Ausweitung und Verkleinerung des Schädels. Sutherland fand heraus, dass dieser Rhytmus, den er beobachten bzw. fühlen konnte, nicht direkt von der Atmung beeinflusst wird, sondern unabhängig von ihr stattfindet. Er mutmaßte, dass es sich um die Kraft handelt, die der Liquor cerebrospinalis - die Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark im Durasack umhüllt - auf die umgebenden Anteile des Schädels ausübte. Ein entsprechendes Erklärungsmodel wurde von dem Chirurg und Osteopathen John E. Upledger postuliert: das Liquordruckmodell. Seiner Ansicht nach produzieren die Ventrikel des Hirns den Liquor nicht gleichmäßig, sondern in sehr langsamen rhytmischen Wellen, auf die das Pulsphänomen gründet.
    Dies ist bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen worden, jedoch sind die Erfolge und Einflüsse der Kraniosakraltherapeuten in der modernen Osteopathie unbestreitbar.

    Worauf gründet sich jedoch die Therapie und wie wird sie angewandt?
    Es gibt zum einen direkte Techniken, mit denen die Schädelknochen behandelt werden können, um ihre Beweglichkeit wiederherzustellen oder zu erhalten. Diese Techniken setzen eine erstklassige Palpationsgabe voraus, da die Eigenbewegung der Knochen naturgemäß minimal ist. Es gibt aber natürlich auch viele indirekte Techniken, die sich auf die Membranen und Faszien des Schädels auswirken und zu einer Homöostase (Gleichgewicht) zwischen nervaler Versorgung, Blut- und Lymphabfluss führen sollen. Am wichtigsten jedoch ist die "Beeinflussung" des craniosakralen Pulses - der Liquorbewegung. Dieser sehr feinen Bewegung wird vom Therapeuten in feinfühligster Art nachgespürt und bei Bedarf Unterstützung angeboten.

    Der kraniosakrale Rhytmus lässt sich jedoch nicht nur am Schädel selbst tasten. Da die Dura mater (harte Hirnhaut), in der Hirn und Rückenmark (und Liquor) stecken, bindegewebig mit den Faszien des Körpers verbunden ist, dient der kraniosakrale Rhytmus auch als diagnostisches Mittel für Blockaden in anderen Teilen des Körpers. Er setzt sich wie eine Welle in die anderen Teile des Körpers fort, kann aber von eingeschränkten Gelenken oder in ihrer Spannung veränderten Geweben "behindert" werden.

    Wer wendet die Kraniosakraltherapie an?
    Die Kraniosakraltherapie wird von Osteopathen eingesetzt, also primär Heilpraktikern Ärzten und Physiotherapeuten. Es gibt aber auch immer mehr Chiropraktiker, die kraniosakrale Techniken der Behandlung erlernen, da die modernen Curricula amerikanischer Universitäten für Chiropraktik entsprechende Methoden (SOT, Cranial-Release-techniques) enthalten. Mehr und mehr gehen aber auch Therapeuten, die nicht klassische Manualtherapeuten sind, dazu über, kraniosakrale Techniken in ihre Behandlung einfließen zu lassen. Dies sind dann meistens Heilpraktiker mit einer entsprechenden Zusatzausbildung.

    Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

    Die klassischen Ausbildungsinstitute (nach Lehrplänen der BAO, siehe Osteopathie unten) in Deutschland lehren in ihrer fünfjährigen, berufsbegleitenden Ausbildung allesamt Kraniosakrale Techniken. Aufgrund seines Rufes als Begründer der Kraniosakraltherapie ist das Sutherland-College natürlich bestrebt, die Ausbildung schwerpunktgemäß auf diese Schule zu beziehen, ohne die anderen Schulen (Parietale- und Viscerale Osteopathie) zu vernächlässigen.
    Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich lediglich in dem Gebiet der Kraniosakralen Therapie ausbilden zu lassen. Viele Privatinstitute bieten solche Ausbildungen an, z.B. die Medizin und Lebenskunst-Akademie in München, das Schaumburger Fortbildungsseminar oder die gute alte ACON im Rahmen ihres neuen modular aufbauenden Curriculums. Allen voran ist natürlich aber das Upledger-Institut zu nennen, dass für seine schwerpunktgemäße Beschäftigung mit kranialer Therapie bekannt ist.

    Wann sollte ich eine Kraniosakrale Behandlung in Erwägung ziehen?

    Jeder Osteopath, der die Kenntnis der Kraniosakralen Therapie besitzt wird diese in seine Behandlung mit einfließen lassen. Besonders hervorzuhebene Indikationen wären z.B.:
    - rezidivierender (wiederkehrender) Kopfschmerz und Migräne
    - Epilepsie
    - Dysfunktion der Hirnnerven
    - Krankheiten, die auf hormonellen Störungen beruhen

    Gibt es Kontraindikationen?
    Ja, die gibt es:
    - psychische Erkrankungen können durch Kraniosakrale Therapie einen Schub erleben
    - Hirntumoren und Entzündungen der Meningen (Hirnhäute) sind strenge Kontraindikationen, ebenso alle anderen Erkrankungen, die zu einer Steigerung des Hirndrucks führen
    - bestimmte Techniken sollten bei Bluthochdruck vermieden werden (relative Kontraindikation)

    Wie hoch sind die Kosten einer Behandlung?
    Sie bleiben im Rahmen der üblichen Kosten osteopathischer Behandlungen. Rechnen Sie mit 50.- Euro die Stunde, nach oben gibt es natürlich wieder
    keine Grenzen.

    Wenn Sie mehr über die Kraniosakraltherapie oder den Autor dieses Artikels, HP Alexander Mallok, erfahren möchten, verweise ich auf meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    Add to Technorati Favorites

  • Tuina-Anmo, kurz Tuina

    Das Tuina ist die manuelle Therapie der traditionellen chinesischen Medizin. Die Therapie selbst umfasst Elemente aus Massage, Akupressur (Druck wird mit dem Daumen auf die Akupunkte ausgelöst) und klassischen manuellen Behandlungtechniken, wie wir sie auch aus der westlichen manuellen Therapie kennen. Im Fokus der Bemühungen des Therapeuten steht jedoch immer die Beeinflussung des energetischen Geschehens auf Grundlage des komplexen Meridiansystems der Chinesischen Medizin (siehe Shiatsu). Die Behandlung mit Tuina ist aufgrund dieses ganzheitlichen Verständnisses von Krankheit auch nicht auf die Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates beschränkt, es lassen sich folglich alle möglichen Beschwerden behandeln, die nach den Regeln der TCM (traditionellen chinesischen Medizin) behandelt werden können, darunter auch psychische Symptome etc.
    Das Tuina wird traditionell im Gegensatz zu anderen manuellen Therapien am Bekleideten durchgeführt - allerdings setzt sich unter westlichen Therapeuten mehr und mehr die Neigung durch, die Behandlung doch unbekleidet durchzuführen.
    Der Behandler setzt seine Fingerkuppen, Handballen, Handflächen und sogar Ellenbogen ein, um die auf den Energieumläufen (Meridianen) liegenden Akupunkturpunkte zu reizen. Dabei spielt der Einsatz des Körpergewichts eine große Rolle: Tuina-Therapeuten behandeln deshalb gerne auf dem Boden, nicht auf einer Liege wie westlich orientierte Manualmediziner. Die zur Anwendung kommenden Techniken unterscheiden sich nicht großartig von westlicher manueller Therapie: Haupttechniken sind Druck, Vibration und Streichungen (siehe Massage weiter unten). Gelegentlich werden Gelenke mit Impulstechniken behandelt wie in der Chiropraktik oder Osteopathie (siehe dort).
    Die Anwendung dauert etwa eine halbe Stufe und läuft in mehreren Stufen ab, die den Fluss der Energie durch die Meridiane unterstützen sollen: am Anfang stehen Techniken, die den Energiefluss aktivieren sollen, am Ende der Behandlungssitzung kommen mehr harmonisierende Techniken zum Einsatz.

    Indikationen:
    ...sind im übergeordneten Rahmen der TCM schwer zu klassifizieren, im Grunde kann Tuina im Verbund mit anderen Techniken wie Akupunktur, Kräuterkunde etc. für fast jede Indikation eingesetzt werden, Schwerpunkt dürfte allerdings auch in diesem System die Behandlung der Erkrankungen des Bewegungsapparates sein. Andere überlieferte Wirkungen
    Indikationen sind laut TCM unter anderem: Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden und andere Magen-Darm-Erkrankungen, asthmatische Beschwerden und Migräne.

    Kontraindikationen:
    Die Kontraindikationen umfassen den üblichen Rahmen: von der Behandlung ausgenommen werden sollten akut frische Verletzungen und Tumore. Akut entzündliche Areale gelten als relative Kontraindikationen und sollten nur von erfahrenen Therapeuten in die Behandlung mit eingeschlossen werden.

    Therapeuten:
    Tuina wird in Deutschland überwiegend von Heilpraktikern ausgeübt, obwohl es auch ausgebildete Masseure und Physiotherapeuten oder gar Ärzte gibt. Die Ausbildung erfolgt immer in privaten Ausbildungszentren wie z.B. dem Ausbildungszentrum Mitte (ABZMITTE). Für Physiotherapeuten und Mediziner (auch Medizinstudenten) bietet die Universität Witten/Hessen eine interessante Möglichkeit zur Fortbildung an, siehe den ">Fachbereich Chinesische Medizin.
    Die Ausbildung sollte mindestens ein Pensum von 300 Stunden umfassen, damit die sichere und geübte Ausübung dieser Therapie
    Wenn Sie mehr über den Autor dieses Artikels erfahren möchten, verweise ich auf meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    HP Alexander Mallok
    Add to Technorati Favorites

  • Viscerale Osteopathie

    Die Viscerale Osteopathie ist ein relativ junges Fachgebiet der osteopathischen Lehre, der sich mit der manuellen Behandlung innerer Organe (lat. Viscera) beschäftigt.
    Begründet wurde diese Lehre vor ca. 30 Jahren von dem französischen Osteopathen Jean Pierre Barral, der bis heute als absoluter Vorreiter in diesem Gebiet der Osteopathie gilt. In Deutschland führt die viscerale Manipulation noch immer ein gewisses Mauerblümchendasein, obwohl sie in der osteopathischen Lehre an den entsprechenden Instituten der BAO (Bundesarbeitsgemeinschaft-Osteopathie e.V.) natürlich gelehrt wird.

    Die inneren Organe sind bindegewebig umhüllt. Diese Bindegewebe geben den Organen jedoch nicht nur ihre Form und eine gewisse Stabilität, sie verbinden die Organe auch untereinander und dienen als Aufhängung. Organe hängen jedoch nicht einfach leblos von diesen sogenannten Sinus herunter, sie bewegen sich im Rhytmus der Atmung, werden durch die Muskulatur der Rumpfwand bewegt und bewegen sich gar in einem kaum wahrnehmbaren Eigenrhytmus - losgelöst von den beiden vorher genannten Faktoren. Diese Bewegung gleicht erstaunlicherweise der Bewegungsrichtung, in der sich die embryonale Entwicklung des Organs vollzog.

    Die Behandlung mittels visceraler Osteopathie zielt nun darauf ab, Bewegungseinschränkungen der inneren Organe zu behandeln, die sich im Rahmen von Verklebungen (Adhäsionen), Lageveränderungen oder Strukturveränderungen gebildet haben. Durchblutungsstörungen und eine eingeschränkte Tätigkeit sind oft die Folge solcher organischen Dysfunktionen.

    Die Organe werden direkt behandelt: der Therapeut beeinflusst die Beweglichkeit der visceralen Strukturen zueinander, nimmt aber auch Einfluss auf die Strukturen, an denen die Organe hängen. Die Techniken sind in aller Regel sanft, können aber auch unangenehm sein - besonders die diagnostischen Techniken: Schnelltests etwa, die das potentiell erkrankte Organ reizen sollen.

    Neben den strukturellen visceralen Techniken, die eine Verbesserung der Mobilität herbeiführen sollen, gibt es auch Techniken, die den (embryonalen) Eigenrhytmus der Organe beeinflussen sollen. Diese kaum wahrnehmbaren Manipulationen unterstützen die sogenannte Motilität der Organe. Oftmals wirken diese Techniken auf den Patienten esoterisch, führen aber trotz anfänglicher Skepsis zu einer unglaublichen Entspannung.

    Die Ziele beider Arten der visceralen Behandlung (Mobilität verbessern, Motilität verbessern) sind im Grunde genommen gleich: Verbesserung der Beweglichkeit des Organs, verbesserte Durchblung, geförderter Stoffwechsel, Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers.

    Indikationen für einen Behandlung mit Visceraler Therapie sind:
    - Verdauungsbeschwerden, oft unklarer Genese (Ursache)
    - Magenschmerzen
    - Erkrankungen der Leber und Gallenblasenprobleme
    - chronisch-wiederkehrende Blasenentzündungen
    - Erkrankungen der Nieren
    - Senkungen innerer Organe (Ptosen) und andere Lageveränderungen
    - Lungenkrankheiten wie Asthma oder chronische Bronchitiden
    - Behandlung von Narbengewebe infolge von Operationen (Nachsorge)
    - organbedingte Rückenschmerzen
    - lymphatische Stauungen

    Dazu kommen die weniger organspezifischen Allgemeinsymptome einer körperlichen Dysfunktion:
    - unerklärlich Immundefizite
    - chonische Müdigkeit bis hin zum CFS (chronic-fatigue-syndrome)
    - Allergien und Heuschnupfen

    Es gibt natürlich auch Kontraindikationen:
    - bösartige Tumoren
    - frische, akute Entzündungen
    - frisch operierte- oder anders akut traumatisierte Areale

    ...und relative Kontraindikationen:
    - Gallensteine z.B. können bei einer Manipulation der Gallenblase abgehen und eine Kolik verursachen. Hier ist also Geschick vom Behandler gefragt, besser ist jedoch, man lässt bei bekannten Steinen die Finger von der Gallenblase - bzw. behandelt das Steinleiden zuerst medikamentös.

    Die viscerale Osteopathie ist ein Teilgebiet der osteopathischen Lehre und wird heute - wie gesagt - im Rahmen jeder Vollzeit-Osteopathieausbildung mehr oder minder intensiv vermittelt. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sich speziell in diesem Bereich fortzubilden, z.B. über...
    - das Schaumburger Fortbildungsseminar
    - an der Salutaris-Akademie
    - die Fortbildungen der Münchner Gruppe - hier sogar mit der Möglichkeit, Herrn J.P. Barall persönlich als Dozenten genießen zu dürfen.

    Die Ausbildung umfasst innerhalb des klassischen osteopathischen "Studiums" an einer Deutschen Privatschule nur einen kleinen Teil des Curriculums, gelegentliche gezielte Fortbildungen, wie oben angegeben, sind somit sicher sinnvoll.

    Die Kosten für eine viscerale osteopathische Behandlung liegen in dem für eine osteopathische Behandlung üblichen Rahmen - kein (guter) Osteopath würde lediglich die inneren Organe behandeln. Rechnen Sie mit einem Betrag irgendwo zwischen 50 und 70 Euro. Gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Behandlung nicht.

    Wenn Sie mehr über die viscerale Osteopathie oder den Autor dieses Artikels erfahren möchten, verweise ich auf meine Praxisseite: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg
    HP Alexander Mallok
    Add to Technorati Favorites

  • Shiatsu

    Das Shiatsu ist eine aus Japan stammende Form der energetischen Körpermassage, die vermutlich aus dem chinesischen Tuina hervorgegangen ist. Wörtlich übersetzt bedeutet Shiatsu "Fingerdruck", und tatsächlich wird diese Therapieform häufig mit großem Druck ausgeübt, so dass neben den Daumen auch die Ellbogen oder Knie des Behandlers zum Einsatz kommen. Behandelt wird daher gerne auf dem Boden, so dass Patient und Therapeut optimale Bewegungsfreiheit besitzen.
    Das Shiatsu ist keine alte Therapie: es stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Es fusst jedoch auf Ideen und Theorien, die tausende von Jahren alt sind. Wichtigste dieser Theorien ist das Meridiansystem der traditionellen chinesischen Medizin, das den Fluss der Energie durch unseren Körper gemäß den Wandlungsphasen erklärt. Jedes Organ ist hier einem Meridian - Energieumlauf - zugeordnet, auf dem die Lebensenergie Chi (im japanischen Ki) zirkuliert. Krankheitssymptome lassen sich durch Blockaden des Energieflusses erklären, die durch gezielte manuelle Manipulationen wieder beseitigt werden.
    Durch seinen holistischen Ansatz ist Shiatsu geeignet, das physische, emotionale und geistige Wohlbefinden zu verbessern. In dieser Hinsicht und in vielem anderen gleicht es der in Amerika begründeten Osteopathie (siehe hierzu auch meine Praxisseite).
    Tokujiro Namikoshi gründete die erste Shiatsuschule in Japan. Auf ihn geht auch die Initiative zurück, das Shiatsu als selbstständige Behandlungsform in Japan anerkennen zu lassen.
    In Europa fand das Shiatsu allerdings eher durch einen Schüler Namikoshis Verbreitung: Shizuto Masunaga begründete den "Zen Shiatsu"-Stil, der das klassische Meridiansystem erweitert und weggeht von einzelnen "Akupunkten". In diesem Stil wird jeweils der ganze Meridian behandelt, Streichungen und gezielte gymnastische Dehnungen spielen hier eine deutlich größere Rolle als der gezielte Druck auf einzelne Punkte.
    Es gibt natürlich noch viele andere Stile und große Shiatsu-Meister, doch darauf soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Wichtig ist: nicht jeder Shiatsu-Therapeut arbeitet heutzutage noch auf Grundlage des Meridiansystems. Gerade in Japan entwickelt sich das Shiatsu immer mehr zu einer ganzheitlichen Form der manuellen Therapie, ähnlich wie die amerikanischen Modelle der Chiropraktik und Osteopathie.
    In Europa und Deutschland hingegen ist die klassische Form des Zen-Shiatsu noch immer am weitesten verbreitet. Dazu ist weiterhin zu sagen, dass die wichtigsten kontemporären Lehrer des Shiatsu heutzutage nicht in Japan leben, somit die Impulse zum Vorantreiben der Lehre und zum Entwickeln eigener Stile vor allem aus dem Westen stammen. 1997 hat die EU-Kommission das Shiatsu als eine von insgesamt acht Methoden der Komplementär-Medizin anerkannt.

    Technik des Shiatus

    Es werden sanfte rhythmische, aber auch tiefer wirkende Techniken eingesetzt, wobei man die Behandlung mit einer klassischen Massage vergleichen kann, bei der bestimmte Punkte allerdings gesondert und sehr intensiv behandelt werden. Diese "Akupunkte" stellen "Schleusen" im Verlauf der Meridianumläufe dar und geben dem Behandler die Möglichkeit, die energetische Verteilung des Körpers zu beeinflussen. Um einen Möglichst großen Druck auf diese Punkte zu erzeugen, versucht der Therapeut aus seiner eigenen Körpermitte (japanisch: Hara) heraus zu arbeiten.
    Wie in westlichen manuellen Systemen kommen aber auch Dehnungen, Rotationen und krankengymnastische Übungen zur Anwendung.

    Therapeuten

    Shiatsu wird von ganzheitlich arbeitenden Masseuren, Physiotherapeuten und Heilpraktikern ausgeführt. Einen eigenständigen Beruf stellt der "Shiatsu-Therapeut" allerdings nicht dar.
    Da das Shiatsu nicht auf naturwissenschaftlichen Grundlagen fusst, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Therapie nicht - eine private Sitzung kostet zwischen 40 und 50 Euro im Mittel.

    Ausbildung

    In Deutschland gibt es verschiedene Institute, die eine Ausbildung zum Shiatsu-Therapeuten anbieten. Die wichtigsten Schulen sind im GSD zusammengefasst, der Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland.
    Es ist heutzutage in keiner größeren Stadt ein Problem, eine umfassende Ausbildung in Shiatsu zu erhalten. Die GSD schreibt eine Ausbildung vor, die mindestens 500 Ausbildungsstunden zu umfassen hat.
    Es handelt sich um private Ausbildungsinstitute, die Ausbildungen finden i.d.R. berufsbegleitend statt.

    Wenn Sie weitere Informationen zu alternativmedizinischen Verfahren suchen, besuchen Sie gerne meine Homepage: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Therapie.
    HP Alexander Mallok
    Add to Technorati Favorites

  • Klassische Massage

    Der Ursprung der Massage ist sicher im Altertum zu suchen. Höchstwahrscheinlich waren es asiatische Völker (Chinesen oder Perser), die als Erste mit Massagehandgriffen und gymnastischen Übungen Leiden des Bewegungsapparates therapierten.
    Zur Zeit der großen griechischen Ärzte gelangte die Massage nach Europa. Insbesondere Hippokrates von Kos (460 - 377 v. Chr.) förderte diese Therapieform, indem er sich detailliert über Techniken im Rahmen seines "Corpus Hippocraticum" auslässt. Dies sind vielleicht auch die ersten europäischen Aufzeichnungen über derartige manuelle Behandlungstechniken überhaupt.
    Der griechische Arzt Galen (131 - 201 n. Chr.) war ein eifriger Verfechter der hippokratischen Lehren und übernahm neben dessen Lehrmodell der verschiedenen "Körpersäfte" auch die Behandlungsformen der manuellen Therapie. Im wurde die Ehre zuteil, die römische Oberschicht zu behandeln, nachdem er den Philosophen Eudemos erfolgreich behandelt hatte - und nannte sich von da an Claudius Galenus.
    Seinen Aufzeichnungen ist die Überlieferung der Massagetechniken zu verdanken - ihr Einfluss reicht bis ins Mittelalter hinein. Auch die Araber folgten diesen Aufzeichnungen, und sollten über mehrere Jahrhunderte führend in dieser therapeutischen Disziplin bleiben.

    Wahrscheinlich gab es im Spätmittelalter eine kleine Renaissance dieser Behandlungsmethode, jedoch sind aus dieser Dekade nicht viele Aufzeichnungen von wissenschaftlichem Interesse zu entdecken. In Deutschland ist es wohl vor allem der Übervater der Naturheilkunde - Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim) - der mit dieser Methode recht beachtliche Erfolge erzielte.
    Hingegen ist sicher bekannt, dass im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts die Blütezeit der Massage hereinbrach. Aus dieser Zeit stammen auch die - noch heute gebräuchlichen - Namen der meisten Massagetechniken/Handgriffe.

    Ende des 19. Jahrhunderts reduzierte ein Herr Dr. Albert Hoffa (ihm zu Ehren wird der Albert Hoffa-Preis an Orthopäden vergeben) die von ihm erlernten Massagetechniken auf 5 wesentliche Handgriffe, die noch heute die Grundlage der klassischen Massage darstellen:

    - Effleurage = die Ausstreichung
    Streichungen werden i.d.R. als einleitende Techniken einer Massagesitzung angewendet. Es geht dem Therapeuten hierbei um die sanfte Kontaktaufnahme mit dem Patienten, der durch die sanfte Technik den Impuls bekommt, sich zu entspannen. Gleichzeitig gewinnt der Therapeut wichtige diagnostische Informationen über Muskeltonus, Ödeme oder besonders sensible Areale, kann aufgrund dieser Informationen seine Behandlung strukturieren.

    - Petrissage = die Knetung
    Das Kneten der Muskulatur soll über die Muskelspindeln und Golgi-Apparate der Muskelsehnen Einfluss auf den Tonus der Muskulatur nehmen. Rhytmisches und langsames Kneten führt zur reflektorischen Entspannung. Dadurch wird die Durchblutung des Muskels gebessert und der Stoffwechsel angeregt. Diese Technik eignet sich besonders nach sportlicher Belastung des Bewegungsapparates.

    - Friktion = die Reibung
    Die quer zum Faserverlauf der Muskeln angewendete Friktion hilft, Muskelverhärtungen (Hartspann, Myogelosen) oder Läsionen im Übergangsbereich von Muskel zu Bindegewebe (Sehnen) gezielt zu beeinflussen (beispielsweise so genannte Triggerpunkte). Diese Technik führt zu einer Tonusverbesserung der Muskulatur, aber auch zur gezielten Freisetzung von Entzündungsmediatoren, Endorphinen und Serotonin. Dadurch können auch lokale Verletzungen (z.B. leichte Muskelfasserrisse) schmerzstillend beeinflusst werden.

    - Tapotement = die Klopfung
    Die Klopfung oder Klatschung stimuliert oder sediert je nach Intensität der Behandlung die Aktivitäten des autonomen Nervensystems. Die Hautdurchblutung wird durch forciertes- oder verlängertes leichtes Klopfen deutlich erhöht.

    - Vibration = Erschütterung
    Vibrationen werden eingesetzt, um die Mechanorezeptoren der Muskulatur zu erregen, damit die Schmerzweiterleitung (Nozizeption) aus dem Areal überlagert wird (nach der sogenannten "Gate-control" Theorie). Druck und Frequenz der Vibrationsmassage müssen ständig variiert werden, damit die Rezeptoren sich nicht an die Stimulation gewöhnen.

    Siehe dazu auch Albert Hoffas Standardwerk "Technik der Massage" (spätere Auflagen von H. Gocht, H. Storck und H.J. Lüdke).

    Wer darf die Massage anwenden?
    Im Grund genommen jeder, der sich mit der manuellen Behandlung von Patienten befasst. Es gibt für Physiotherapeuten und Ärzte klare Richtlinien für die Ausbildung in manueller Therapie - in diesem Rahmen werden auch die Massagetechniken vermittelt. Bei medizinischen Bademeistern und Masseuren ist diese Behandlungsform logischerweise integraler Bestandteil ihrer staatlich überprüften und anerkannten Ausbildung.
    Unter Heilpraktikern herrscht derweil ein recht breites Spektrum an (privaten) Fortbildungsmöglichkeiten - vom Wochenend-Massagekurs bis hin zur Teilzeit-Massageausbildung über Hunderte von Unterrichtsstunden. Daher ist bei diesen Therapeuten doppelt wichtig, dass sie Fortbildungsnachweise erbringen können und zudem über Praxiserfahrung verfügen sollten, ehe man sich in ihre Hände begibt. ;-)

    Die Massage im Rahmen der Rehabilitation wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Private Dienstleister, z.B. Wellness-Unternehmen oder mobilde-Massage-Services, berechnen für Massagetechniken etwa einen Euro pro Minute. Eine etwa halbstündige Massage würde somit um die 30.- Euro kosten.

    Die Massage ist als präventive Therapie im Rahmen der Gesundheitsvorsorge in unserem Zeitalter unverzichtbar. Wer sich d.h. vorstellen kann, mit einer Massageausbildung seine eigene Zukunft zu sichern, der sollte folgende Ausbildungsmöglichkeiten in Betracht ziehen:
    - eine Physiotherapeutenschule, z.B. die Berufsakademie des Uniklinikum Eppendorf in Hamburg (UKE)
    - eine staatliche Schule zur Ausbildung als medizinischer Bademeister und Masseur, z.B. am Klinikum der Universität München
    - eine Privatschule zur Ausbildung zum medizinischen Masseur, z.B. die Schulen der Präha-Gruppe
    - oder im Rahmen der Heilpraktikerfortbildung an einer renommierten privaten Schule, z.B. der Norddeutschen Massageschule

    Wer weitere Infos über die Massage einholen möchte oder an Behandlungen interessiert ist,
    der wird auf den Praxisseiten des Autors Alexander Mallok fündig: Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg und auf den Seiten der Medizinische Wellness-GbR
    Add to Technorati Favorites

  • Osteopathie

    Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Behandlungsform. Sie integriert uraltes Wissen, aber auch neue wissenschaftliche Ansätze in ihre Lehren, da sie von dem pragmatischen Leitgedanken geprägt ist, dem Patienten möglichst adäquat helfen zu wollen. Die Osteopathie ist somit trotz ihres komplementären Rufes eine Wissenschaft, die durch Forschung ständig belebt und reformiert wird.

    Die Osteopathie wurde von dem Amerikaner Andrew Taylor Still im Jahre 1874 begründet, nachdem dieser als Höhepunkt jahrelanger Forschung und Kontemplation eine Vision hatte, aus der die osteopathische Philosophie und ergo die bis heute gültigen Leitprinzipien dieser Therapie hervorgingen.

    Die fünf biologischen Leitprinzipien (aus Sicht der Osteopathie)

    §1 Prinzip: Struktur & Funktion
    Beschreibt die Wechselwirkung zwischen Struktur und Funktion aller Gewebe:
    - Die Struktur gibt die Funktion des Gewebes vor
    - Die Funktion beeinflusst die Struktur des Gewebes (Gewebe sind wandelbar)
    - beiden gemeinsam ist die Bewegung

    §2 Prinzip: Selbstheilungskräfte
    Der Osteopath glaubt an die grundlegend gute Ordnung des Organismus und
    versucht dessen Selbstheilungskräfte durch Herstellung eines universellen
    Gleichtgewichts (Homöostase) zu idealisieren.

    §3 Prinzip: der Körper als Einheit
    Dieses Konzept unterstreicht die Untrennbarkeit aller körperlichen Gewebe
    innerhalb eines dynamischen und funktionellen Gefüges und erstreckt sich
    auch auf alle Einflüsse, die über das Materielle hinausgehen.

    §4 Prinzip: Die Durchblutung als Wichtigstes
    Erkennt die grundlegende Funktion des Blutes als flüssiges Organ und
    einzige Substanz an, die allen Geweben gemein ist. Eine eingeschränkte
    Durchblutung erzeugt Stagnation und Fermentation und ist damit Nährboden
    für Krankheit.

    §5 Prinzip: der Patient im Fokus
    Der Osteopath stellt den Patienten in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit,
    nicht die Beschwerden des Patienten. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche,
    individuelle Behandlungsform, die sich niemals an Statistiken messen lässt.

    Die Osteopathie ist also Philosophie, Wissenschaft, Therapiemethode,
    Lehrmodell
    und vieles mehr. Sie ist sehr zeitgemäß, da sie auf viele
    drängende Fragen der grundlegenden Probleme im Bereich der
    medizinischen Versorgung Antworten anbietet: es geht immer um die Verbesserung der Gesundheit des Patienten bei möglichst minimalem Risiko.

    Dies bedeutet auch, dass es kaum Kontraindikationen für eine osteopathische Behandlung gibt. Areale, die akut traumatisch oder entzündlich geschädigt sind, z.B. ein Kniegelenk im rheumatischen Schub, werden in der Behandlungssitzung nicht direkt manipuliert; die Änderung der Durchblutungs- und Spannungsverhältnisse im Körper kann aber auch auf derartige Prozesse direkten Einfluss nehmen. Osteoporose und bestimmte Tumortypen verbieten ebenso direkte Techniken via Impuls (high velocity, low amplitude - Chiropraktik), sind aber nur relative Kontraindikationen für andere Formen osteopathischer Arbeit.
    Die Indikationen für eine osteopathische Behandlung hingegen sind sehr breit und gehen im Grunde genommen weit über die typischen Erkrankungsbilder in einer osteopathischen Praxis hinaus. Dazu gehören z.B. auch innere Erkrankungen, psychische Blockaden etc., der Schwerpunkt der Arbeit liegt aber mit Sicherheit auf dem Bewegungsapparat, an dem sich eben auch solche Erkrankungen zeigen.

    Die Behandlung durch einen Osteopathen sollte in etwa zwischen 70 und 90 Euro pro Sitzung kosten, wobei hier nach oben wieder einmal keine Grenzen bekannt sind, so dass manche Kollegen mehr als das doppelte verlangen. Die Abrechnung erfolgt nach der GebüH (Gebührenordnung für Heilpraktiker) oder Analog nach GOÄ (der Gebührenordnung für Ärzte). Die Behandlung dauert je Sitzung in etwa eine dreiviertel Stunde, manchmal auch etwas länger.

    Es gibt weltweit die Möglichkeit, Osteopathie universitär zu studieren. Leider nicht in der BRD. Hier wird die Ausbildung - ähnlich wie bei der Chiropraktik - von Privatschulen übernommen, die - im Gegensatz zur Chiropraktik - jedoch einen einheitlich abgestimmten Stundenplan vorweisen müssen, der ihnen von einem übergeordneten Prüfungsgremium vorgeschrieben wird: der BAO (der Bundesarbeitsgemeinschaft für Osteopathie e.V.). Die BAO setzt sich für einheitliche Prüfungskriterien auf internationalem Niveau ein. Jede osteopathische Ausbildungsstätte, die das Markenzeichen D.O. (diplomierter Osteopath) vergibt, muss den Prüfungskriterien der BAO standhalten.
    Um den Abschluss als D.O. zu erwerben, muss ein Student eine 5-jährige Ausbildung in Osteopathie abschließen, zu der jährliche Überprüfungen und eine genau geregelte Abschlussprüfung gehören.

    Zu dem Studium an einer Privatschule kann quasi jeder zugelassen werden.
    Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten dürfen die Osteopathie in ihre tägliche Arbeit integrieren und das Erlernte d.h. sofort in der Praxis umsetzen. Nicht-Mediziner, die eine osteopathische Ausbildung beginnen, erwerben nach erfolgreicher Überprüfung beim Gesundheitsamt die Berufsbezeichnung "Heilpraktiker" und dürfen erst dann therapieren.

    Beliebte Ausbildungsstätten mit gutem Ruf (in Deutschland!):+
    - OSD (Osteopathie-Schule Deutschland)
    - College Sutherland
    - das Institut für angewandte Osteopathie (IFAO)
    - die Osteopathieschule Damp (Akademie Damp)
    - das Europäische Colleg für Osteopathie
    - die Deutsche Akademie für Osteopathische Medizin

    Wer nicht den Titel D.O. erwerben, dagegen aber eine sehr komprimierte und praxisnahe Ausbildung in osteopathischer Medizin erwerben möchte, dem kann ich hingegen die dreijährige Ausbildung der ACON e.V. (Arbeitsgemeinschaft für Chiropraktik, Osteopathie und Neuraltherapie Deutscher Heilpraktiker) empfehlen. Diese Ausbildung ist nicht nur eine exzellente Grundlage für das erfolgreiche Arbeiten in der eigenen Praxis, sondern auch eine gute Vorbereitung auf eine größere osteopathische Fortbildung, im Sinne einer fünfjährigen Ausbildung zum D.O. an einem der oben genannten Ausbildunginstitute z.B.

    Wer Interesse hat, sich über die Osteopathie eingehender zu informieren, dem möchte ich die Seite des Verbands Deutscher Osteopathen empfehlen, auf der man auch als interessierter Laie oder potentieller Patient wichtige Informationen rund um das Thema Osteopathie aufgreifen kann.

    Ab Dezember 2007 stehen zudem im Saselhaus, 22393 Hamburg, die Türen zu einer speziellen Veranstaltung offen, die das Thema Osteopathie der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Im Rahmen des Osteopathieforums Hamburg widmet sich der Autor dieses Blogs allen Fragen, die man als Laie zur Osteopathie haben kann - bezüglich Ausbildung, Therapie, Kosten, Philosophie etc.
    Die Veranstaltung ist natürlich kostenfrei - um eine Voranmeldung via Email oder Telefon wird jedoch gebeten.

    Für weitere Informationen bezüglich der Osteopathie oder direkte Fragen an mich siehe Mallok & Wiegleb - Praxis für ganzheitliche Medizin in Hamburg.
    HP Alexander Mallok
    Add to Technorati Favorites

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.